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US-Traktorfabrik auf Kuba

Landwirtschaft

Kubanischer Traktor für Kleinbauern

Seit der Öffnung Kubas bemühen sich die USA um den Inselstaat vor ihrer Küste. Jetzt ist es Horace Clemmons und Saul Berenthal gelungen, erstmals seit der sozialistischen Revolution 1959 auf Kuba wieder eine Traktorfabrik zu bauen. Beide Jungunternehmer sind 72 Jahre alt und eigentlich Software-Entwickler und sind in Kuba geboren. Unter der neuen Kuba-Politik des US-Präsidenten Barack Obamas bauen sie in einer von der kubanischen Regierung eingerichteten Sonderzone eine Fabrik für Traktoren auf, die bereits im nächsten Jahr im Hafen von Mariel ein motorisiertes Gefährt baut, das ungewöhnlich anmutet.

Die kubanische Landwirtschaft ist im Rahmen der Selbstversorgung klein strukturiert. Rund 70 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden. Zusammen mit einer Traktorfabrik aus Alabama wurde der eiserne Ackergaul mit leicht auswechselbaren Ackerbaugerätschaften noch einmal speziell für die kubanische Landwirtschaft angepasst.

Wegen ihres Alters sind die beiden nicht mehr auf die Einnahmen aus den Traktorverkäufen angewiesen und haben versprochen, alles wieder in die Firma zu reinvestieren. 300 Traktoren sind im ersten Verkaufsjahr angepeilt, 5.000 pro Jahr sollen es einmal werden. Die Fabrik könnte vergleichbare Kleinmaschinen auch für das Baugewerbe produzieren. In den ersten zehn Jahren zahlen die Pionierunternehmer in der Sonderzone keine Steuern, wollen aber innerhalb des ersten Jahres 30 Arbeitsplätze schaffen. Später sollen es 300 werden. Das Investment ist ihnen fünf Millionen US-Dollar wert.

Clemmons berichtet in einem Radiobeitrag für das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium, dass die Maschinen vor allem für den aufstrebenden Ökolandbau geeignet sind. Er hofft, dass kubanische Kleinbauern damit auch auf die Exportmärkte gehen können. Ihre Mitbewerber kennen sie auch: China und Weißrussland liefern Traktoren an die kubanische Regierung.

Der Firmenname „Cleber“ setzt sich aus ihren beiden Nachnamen Clemmons und Berenthal zusammen. Der Traktor bekommt den Markennamen Oggun und entspricht dem Namen der „Gottheit für Eisen“ in der Region Santeria. Das ist eine lokale Religion aus katholischen und afrikanischen Einflüssen.

Roland Krieg; Fotos: Imagefilm Oggun der Firma Cleber

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