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USA diskutieren Milchpreismodell

Landwirtschaft

Dairy Price Stabilization Program (DPSP)

Nach aktuellen Berechnungen der Vereinigung European Dairy Farmers klafft derzeit trotz Markterholung auf dem Milchmarkt eine Lücke von acht Cent je Kilogramm Milch zwischen Verkaufserlös und den Vollkosten. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) verrechnet für die deutschen Milchbauern ein Defizit in Höhe von 2,32 Milliarden Euro.
Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM: „Um den aktuellen Weg der Milchpreiserholung nachhaltig fortsetzen zu können, ist mehr erforderlich als das, was von der Bundesregierung derzeit gemacht wird. Mit Selbstzufriedenheit gefährden wir die Zukunft vieler deutscher und europäischer Milcherzeuger.“

Dairy Price Stabilization Program
Gefallen findet der BDM an dem Modell, das derzeit in den USA diskutiert wird. Ein DPSP soll in den USA die ebenfalls sehr unterschiedlichen Milchpreise für die Bauern erträglich machen. Die Schwankungen sind derart groß, dass sie den Milcherzeugern nach Angaben der amerikanischen Holstein Association Schwierigkeiten im Cash Flow und bei Investitionsentscheidungen bereiten. Sinken die Erlöse auch unterhalb der Futterkosten, sinkt auch die Nachfrage nach Futter, Energie und Maschinen. Die Holstein Association begrüßt das DPSP zur Marktsicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

US-Milchpreise

Jährlicher Durchschnittspreis

Monatspreis

2005

15,13

Nov. 07

21,30

2006

12,88

Jan. 08

20,50

2007

19,13

Dez. 08

15,60

2008

18,32

Feb. 09

11,50

Q: Holstein Association; US-Dollar je cwt (Hundredweight – etwa 50 kg)

Hauptziel des DSPS ist das Vermeiden von niedrigen oder gar negativen Erlössituationen bei den Milcherzeugern. Das Programm soll für alle US-Staaten verpflichtend sein. Zu Beginn des Programms bekommt jeder Milcherzeuger auf einer Dreijahresbasis eine Milchlieferungsmenge zugeschrieben. Wer weniger als drei Jahre Milch liefert, wird quartalsweise veranschlagt.
Das US-Landwirtschaftsministerium soll zusammen mit einem Gremium den heimischen und Exportmarkt prognostizieren und eine Milchliefermenge bekannt geben, die den Markterfordernissen entspricht und den Milchbauern ein Einkommen beschert. In jedem Quartal sollen die Prognosen überprüft werden.
Milcherzeuger, die unterhalb ihrer Quote liefern, bekommen keine Abzüge, wer mehr liefern möchte, der darf das unter der Vorgabe einer „Markteintrittsgebühr“ machen, die an die Bauern ausgeschüttet wird, die innerhalb der Liefermenge produzieren.
Das System entspricht der „Flexiblen marktorientierten Angebotssteuerung“, die der BDM seit langem fordert. Die Holstein Association geht von Programmkosten aus, die bei rund zwei US-Cent je 50 Kilogramm liegen.

roRo

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