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USA hat beim Hopfenanbau Deutschland überholt

Landwirtschaft

Hopfenzüchtung soll modernisiert werden

Hopfen wächst in Deutschland auf einer Fläche von 17.000 Fußballfeldern. Die Hallertau gilt als größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet der Welt. Damit wachsen rund 36 Prozent des für die Bierproduktion notwendigen Rohstoffes in Deutschland. Doch noch in diesem Jahr verliert Deutschland seine „Pole“-Position, schätzt die Universität Hohenheim an die USA. Dr. Michael Helmut Hagemann vom Fachgebiet Ertragsphysiologie der Sonderkulturen weiß auch warum: „Die amerikanische Hopfenwirtschaft investiert seit einigen Jahren in neue Pflanzungen und in die Forschung.“ Der Züchtungsvorsprung ist hart erarbeitet. Die USA haben bereits 2013 eine genetische Karte für amerikanischen Hopfen veröffentlicht.

Für heimische Sorten fehlt so eine Kartierung in Deutschland. Die Uni Hohenheim arbeitet jedoch mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und dem Max-Planck-Institut sowie Tettnanger Hopfenbauern daran. „Bisher müssen sich deutsche Hopfenzüchter ausschließlich auf ihren langjährigen Erfahrungsschatz und ihre Intuition verlassen“, erklärt Dr. Hagemann.

Das Kartieren und Selektieren dauert, da erst die Erntereife zeigt, ob die Erwartungen der Züchter getroffen wurden. Entscheidend sind die Alpha-Säuren, die für den Bittergeschmack im Bier verantwortlich sind. Bis eine neue Hopfensorte es in den Braukessel schafft, vergehen bis zu 12 Jahre. Noch diesen Mai soll die Gen-Analyse beginnen. Anfang 2017 soll die genetische Karte fertig sein.

roRo; Foto: Uni Hohenheim

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