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"Versuchslabor Östliche Bundesländer"

Landwirtschaft

KLJB sieht keinen Nutzen im Anbau von GVO

Das Eckpunktepapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums brachte es an den Tag: Einen wirtschaftlichen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gibt es nicht. Eigentlich. Es gibt jedoch großflächig strukturierte Gebiete in Nord- und vor allem in Nordostdeutschland, in denen die Mindestabstandsflächenregelung auch bei Weiten von über 150 Meter zu den Nachbarfeldern kein Problem wäre. Zudem sehen mehr Bauern mit großen Flächen den Anbau weniger kritisch, als gemeinhin vermutet. Das zeigte eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der Universität Göttingen.
Die Bundesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) machte Anfang März im brandenburgischen Alt-Buchholz ihren Standpunkt zur besonderen Situation in Brandenburg klar: „Es kann nicht sein, dass Regionen, die mit Strukturproblemen zu kämpfen haben, als großflächiges Versuchslabor ausgenutzt werden“, sagte letzte Woche Monica Kleiser vom Bundesvorstand der KLJB. Insbesondere erschwere die dünne Besiedlung dieser Region einen konzentrierten Widerstand, beklagt die KLJB.

Anbau 2007
Für 2007 sind fast 3.700 Hektar für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen angemeldet. Zu 99 Prozent liegen diese Flächen in den östlichen Bundesländern und rund 2.000 Hektar davon in Brandenburg. Gerade die flächenstarken Länder setzen zunehmend auf Touristen und kulturelle Gegebenheiten, was eine wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Region in Gang setzen sollen. Gentechnik und Tourismus passen für die KLJB nicht zusammen. Kleiser weiter: „Eine Koexistenz mit natürlichen Pflanzen ist nicht garantiert und die Spätfolgen der Gentechnik sind nicht ausreichend erforscht. Diese Risiken sind uns entschieden zu hoch.“ Die Bundesversammlung hat beschlossen in den östlichen Bundesländern dieses Thema bei entsprechenden Funktionsträgern und Organisationen anzusprechen.

roRo

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