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Veterinäre fordern Schlachtverbot für tragende Kühe

Landwirtschaft

Keine graviden Tiere schlachten

Vor einem Medienbericht über das Schlachten von trächtigen (graviden) Rindern hat die Bundestierärztekammer ein Verbot dieser Schlachtungen eingefordert. Eine Studie von Katharina Riehn aus dem Jahr 2011 mit Fragebögen bei 53 Schlachtbetrieben hat gezeigt, dass rund zehn Prozent der weiblichen Rinder beim Schlachten in der Mitte bis gegen Ende ihrer Trächtigkeit sind. Das sind rund 180.000 Tiere jährlich, sagte Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.

Aus Sciht der Veterinäre sind Feten mindestens im letzten Drittel der Trächtigkeit schmerzempfindlich und leiden. „Aus ethischen Gründen können wir Tierärzte nicht akzeptieren, dass die Tötung der Feten ohne vernünftigen Grund sowie die Belastungen der trächtigen Tiere durch den Transport weiterhin billigend in Kauf genommen werden. Es ist ein längst überfälliges Gebot des Tierschutzes, diese Zustände zu ändern!“ Das erklärte Prof. Mantel am Mittwoch und stellte drei Forderungen auf:

- Es muss ein grundsätzliches Verbot der Schlachtung tragender Färsen und Kühe geben. Ausnahmen müssen vom Gesetzgeber geregelt werden.

- Da es im Tierschutzgesetz momentan keine Regelung für den Umgang mit Feten als schutzbedürftige Lebewesen gibt, muss der Gesetzgeber diese Lücke durch Folgeverordnungen (z.B. Tierschutznutztierhaltungsverordnung, Tierschutzschlachtverordnung) schließen. Dazu ist eine europäische Lösung erforderlich.

- Es muss eine obligatorischen Bescheinigung als Begleitdokument für ein Tier eingeführt werden, wenn es ab dem 187. Trächtigkeitstag/Tag nach der Besamung mit medizinischer Indikation geschlachtet werden darf. Diese Bescheinigung muss vom Hoftierarzt ausgestellt und am Schlachthof unverzüglich vorgelegt werden, damit das Tier einer gesonderten Schlachtung unterzogen und der Fötus während des Schlachtvorganges möglichst schnell betäubt und getötet werden kann.

Mantel: „Das Problem kann aber nur im Dialog mit den Landwirten und Schlachtbetrieben gelöst werden, denn das Ganze muss auch praktikabel und umsetzbar sein!“

roRo

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