Veterinäre wehren sich gegen Friess-Brief

Landwirtschaft

Ferkelkastration nicht mit Humanmedizin vergleichbar

Vor allem Bayern hat mit dem Verweis auf die Lokalanästhesie den Weg für den 4. Weg in der Ferkelkastration frei machen wollen. Prof. Dr. Friess hat diesbezüglich einen offenen Brief an die Bundeslandwirtschaftsministerin geschrieben. Jetzt wehren sich die Veterinäre. Die Bundestierärztekammer (BTK) bestätigt zwar den richtigen Kontextes für den Humanmediziner, aber das Verfahren sei nicht auf eine Massenbehandlung übertragbar.

Sowohl die Veterinär- als auch die Humanmedizin wendeten das Verfahren ohne Zeitdruck bei Patienten in Einzelbehandlungen an, teilt die BTK am Montag mit. Zudem werde die Lokalanästhesie in antiseptischen Räumen durchgeführt. Ungeeignet sei die Anwendung bei „einer unmittelbar aufeinander folgenden großen Anzahl von Tieren, die schreien und sich wehren.

Da die Tiere in Wurfgröße bis zu zehn Ferkel behandelt werden, sei eine ausreichende Wartezeit bis zur Betäubung bei allen nicht gewährleistet.

Es gebe Forschungsbedarf über geeignete Wirkstoffe,, deren lokaler Verteilung und Wirkdauer. Auch die Lokalisation für die Spritze an einer schmerzfreien Stelle stehe noch aus.

Derzeit steht der 4. Weg aber nicht mehr auf der Forschungsliste des Ministeriums  [1].

Lesestoff:

[1] Alles auf Anfang bei der Ferkelkastration:  https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/alles-auf-anfang-bei-der-ferkelkastration.html

Roland Krieg

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