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Vogelgrippe auch in Aurich festgestellt

Landwirtschaft

Aviäre Influenza mit hochdynamischem Geschehen

Nicht nur bei verendeten Wasservögeln im Wattenmeer wurde die Aviäre Influenza vom Typ H5N8 nachgewiesen. Seit Ende Oktober breitet sich das Krankheitsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern und Norddeutschland auch bei Hausgeflügel aus. Seit dem 04. November sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zehn Nutztierställe getroffen. Die größten sind ein Putenbetrieb mit mehr als 16.000 und ein Legehennenbetrieb mit über 50.000 Tieren.

In diesem Winter breitet sich das Virus auch in Großbritannien, Dänemark, Frankreich den Niederlanden und Irland aus. Die Dichte an Zugvögel wird in den nächsten Wochen eher noch zunehmen, teilt das FLI mit. Neben H5N8 sind werden die Subtypen H5N5 und H5N1 gefunden. Bei den Wildvögeln sind Nonnengänse, Pfeifenenten und andere Gänsearten betroffen. Es mehren sich Fälle bei Möwen, Eulen- und Greifvögel sowie vereinzelte Seeadler und Uhus. In Brandenburg wurde zum ersten Mal in Deutschland ein toter Kranich auf H5 positiv getestet.

Aktuelles Krankheitsgeschehen

Seit Sommer 2020 hat es Meldungen über Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAIV) H5 im südlichen Sibirien und im angrenzenden Kasachstan gegeben, das über Zugvögel im Herbst nach Westeuropa gelangen kann. Den in die Geflügelhaltungen führt das FLI auf Schuhwerk, Fahrzeuge, Einstreu und Gegenstände zurück. Futter, Tränkewasser und zugekauftes Geflügel könne als Vektor derzeit vernachlässigt werden. Viele Wasservogelarten pendeln tagsüber zwischen ihren Ruhe- und Fressplätzen hin und her. So gelangt das Virus über den Kot auf Maisstoppeln und Wintersaaten.

Nähere Analysen zeigen, dass die Viren zu den eingeschleppten HPAIV H5-Viren aus dem Jahr 2016 gehören, aber stammesgeschichtlich nicht mit den Ausbrüchen im ersten Halbjahr 2020 in Verbindung stehen. Die genetische Signatur verweist auf Viren, die in den letzten Jahren in Eurasien aktiv waren.

Beruhigend ist, dass die Viren bislang kein zoonotisches Potenzial besitzen. Als Zoonosen werden Krankheiten bezeichnet, die zwischen Tier und Mensch, wie SARS-CoV-2, wechseln können. Dennoch sollen tote Vögel nicht angefasst werden, damit sich das Virus nicht ausbreitet.

Nutztierbestände sollen die Biosicherheitsmaßnahmen verschärfen, so dass es zu keinem Kontakt zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel gibt.

Hinweise, besonders zu Aufstallpflichten geben die Landkreise aus.

Roland Krieg

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