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Vorbild Amerika

Landwirtschaft

Zuversicht in Tschechien

> Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Tschechien wird durch kommerzielle Betriebe bearbeitet. Kooperativen und Einzelunternehmen sind nur knapp in der Mehrheit. 93 Prozent aller Betriebe sind größer als 50 Hektar und damit liegt Tschechien knapp hinter der Slovakei deutlich vor allen anderen Beitrittsländern. Nach Angaben des Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO in Halle) erwirtschaften die Betriebe in Tschechien rund 774 Euro Marktertrag pro Hektar.
Das sind zwar keineswegs amerikanische Verhältnisse, doch Jaroslav Palas, Agrarminister Tschechiens, vergleicht seine Landwirtschaft auf der Grünen Woche schon gerne mit dem Land jenseits des Atlantiks.
Zumindest ist die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten nicht ganz so hoch, wie in Polen. Die Fachkenntnisse für eine moderne Landwirtschaft und die Ausbildungsmöglichkeiten sind vorhanden. Die tschechische Landwirtschaft ist teilweise hoch technisiert und erzielt günstige Einkommen alleine durch die Größe der bewirtschafteten Betriebe. Das IAMO sieht lediglich in der ungünstigen natürlichen Ausstattung eine Schwachstelle für den Agrarsektor.
Das allerdings sieht Palas auch als Vorteil, den ländlichen Raum bereits ganz im Sinne der EU-Agrarreform auszubauen. Agrartourismus und ökologische Landwirtschaft helfen den Bauern, neue wirtschaftliche Standbeine zu erschließen. Die Ökobetriebe sind im Durchschnitt 328 Hektar groß und bewirtschaften mit 155.000 Hektar bereits 3,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Tschechien scheint gerüstet für den Wettbewerb. Aus Polen verdrängte qualitativ gutes, jedoch preiswertes Gemüse das einheimische vom Markt. Jetzt sollen sich die tschechischen Gemüsebauern zu Erzeugergemeinschaften zusammen schließen, um ebenso gutes und preiswertes Gemüse anzubieten. Helfen soll dabei das Vorbild Schulmilch, dass in der Vergangenheit durchgeführt wurde. Für die Kinder gesund und für den heimischen Markt verkaufsfördernd soll nun auch Obst und Gemüse in vergleichbarer Form an den Schulen angeboten werden.
Tschechien hatte allerdings bereits vor dem Beitritt zu EU schon angefangen, die Landwirtschaft neu zu strukturieren. Jetzt profitieren andere Transformationsländer davon: Tschechien möchte Bulgarien und Rumänien aktiv für die nächste EU-Erweiterungsrunde unterstützen, so der Minister.

roRo

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