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Wald: Naturerbe und Naturgut

Landwirtschaft

Internationales Jahr der Wälder

Heute startet Deutschland in das von der UN ausgerufene Internationale Jahr der Wälder. Das Jahr will auf die vier Milliarden Hektar Wald aufmerksam machen, die rund 31 Prozent der Erdoberfläche bedecken. Wälder sind für die Wasser- und Stoffkreisläufe sowie für das Klima und die Erhaltung der biologischen Vielfalt von zentraler Bedeutung.
Jährlich werden rund 13 Millionen Hektar Wald vernichtet. Vor allem in den Entwicklungsländern, wo der Wald maßgeblich zur Entwicklung und zur Armutsbekämpfung beitragen kann. Weltweit sind Wälder für ein Viertel der Weltbevölkerung, rund 1,6 Milliarden Menschen, überlebenswichtig.

Waldwirtschaft

In Deutschland hingegen nimmt der Waldbestand zu. In den vergangenen 40 Jahren ist die Fläche um zehn Prozent, rund eine Million Hektar, auf 11 Millionen Hektar angewachsen. Auch hierzulande bedeckt der Wald rund ein Drittel der Fläche. Holz ist ein wichtiger Rohstoff. Jährlich wachsen 114 Millionen Kubikmeter nach. Mit 3,4 Milliarden Kubikmeter weist Deutschland den meisten Holzvorrat in Europa auf.
Mehr als 1,2 Millionen Menschen arbeiten im Holz- und Forstsektor und erwirtschaften rund 170 Milliarden Euro Umsatz.

Mehr Wald in SH

Schleswig-Holstein hat zwar nicht viel, dafür aber wertvollen Wald. Rund 7.000 Tier- und Pflanzenarten sollen in den Wäldern Schleswig-Holsteins zu finden sein, ein Großteil aller Arten zwischen Nord- und Ostsee. Insgesamt sollen 8.000 Pflanzen- und 40.000 Tierarten im nördlichsten Bundesland beheimatet sein. Nach Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf besitzt das Land noch viele alte Waldbestände, die einige tausend Jahre alt sind. Dort finden sich besonders wertvolle Orchideen, Farne und Pilze. Langfristig will Dr. Rumpf den Waldanteil auf 12 Prozent der Landesfläche erhöhen: „Jeder Kubikmeter Holz speichert etwa eine Tonne Kohlendioxid.“ Zwar sei der öffentliche Haushalt in einer schwierigen Lage; doch die im Jahr 2010 ausgerufene „Stiftung Klimawald“ sein eine sinnvolle Option für die Erreichung der Ziele.

Waldkleid in NRW

Schon am 20.März erstrahlte das Schauspielhaus in Düsseldorf zum Auftakt des „Internationalen Jahr der Wälder“ in einem Waldkleid. Die Waldlandschaft, das Logo zum Thema, wurde ab 18:30 Uhr an die Fassade gestrahlt. Nach Landwirtschaftsminister Johannes Remmel spielen gerade für ein Industrieland wie NRW „eine wichtige Rolle für Klimaschutz und biologische Vielfalt.“ Außerdem bieten sie Menschen Ruhe und Erholung.

Ökologische Waldzertifizierung

Trotz aller Feierlichkeiten dürfen die Probleme nicht übersehen werden. Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland benennt die großflächige Überdüngung der Böden aufgrund stickstoffhaltiger Luftschadstoffe, die zum großen Teil aus der konventionellen Landwirtschaft stammen als negative Beeinflussung der Wälder. Hohenester fordert ein Umdenken in der Politik und Gesellschaft. Naturland feiert zeitgleich das 15jährige Jubiläum seiner Richtlinien für die ökologische Waldnutzung, die auf 60.000 Hektar Wald angewandt werden. dazu gehören die naturnahe Waldbestockung mit Naturverjüngung, die Holzernte durch kleinräumige Ernteverfahren ohne Kahlschläge, der Verzicht auf Chemikalien, Pflanzenschutz- und Düngemittel, die Förderung wertvollen Biotopholzes, die schonende Behandlung des Waldbodens bei der Ernte und die Ausweisung von Referenzflächen im öffentlichen Wald.

Restmittel für die Holzwirtschaft

Kurz vor dem Internationalen Jahr der Wälder hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, die Restmittel des abgewickelten Holzabsatzfonds zu Gunsten der Forst- und Holzwirtschaft zu verwenden. Ursprünglich sah der Gesetzentwurf vor, die Mittel in den Bundeshaushalt zu überführen. Jetzt geht das Geld in ein Sondervermögen der Landwirtschaftlichen Rentenbank und soll für die Förderung von Absatz und Innovation der Branche dienen. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) ist zufrieden: „Wäre der Haushaltsausschuss dieser ursprünglichen Intention gefolgt, wäre die Herkunft der Mittel, die von tausenden Waldbesitzern stammen, schlichtweg missachtet und die Branche bestraft worden.“

Teilweise zufrieden zeigt sich Cornelia Behm, Sprecherin für Waldpolitik von Bündnis 90/Die Grünen, die sich gegen die Überführung der Mittel in den Bundeshaushalt eingesetzt hat. Sie schlug als Adressat die Zukunft Holz GmbH ein, die sich um die allgemeinen Anliegen der Forst- und Holzwirtschaft kümmert. Dennoch ist sie der Auffassung, dass der Bund die Mittel von der Rentenbank auch wieder abziehen kann. Sie bemängelt dass in dem Gesetz die gruppennützige Verwendung der Gelder nicht hineingeschrieben wurde. Daher sei es „Spekulation, wofür die Bank das Geld tatsächlich einsetzen wird.“ Das Zweckvermögen der Rentenbank dürfe nur unter anderem für die Forstwirtschaft ausgegeben werden. Für die Holzwirtschaft nicht.
Die Mittel umfassen rund 2,8 Millionen Euro.

Lesestoff:
Alle Termine und Neuigkeiten zum Internationalen Jahr der Wälder finden Sie unter www.wald2011.de

VLE

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