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Wasserspiele Ernte

Landwirtschaft

Drei Tage Sonne sind zu wenig

Was sonst eine staubtrockene Angelegenheit ist, entpuppt sich in diesem Jahr zu Wasserspielen: Die Getreideernte 2011. Der Bayerische Bauernverband (BBV) stellt fest, dass Getreide und Raps längst druschreif sind, doch ausgerechnet jetzt der Regen kam. In Bayern haben zudem auftretende Gewitterstürme mit Hagel und Starkregen zusätzlichen Schaden angerichtet. Die durschreifen Ähren liegen auf dem Boden – unerreichbar für das Schneidwerk des Mähdreschers. Matthias Kick, Referent für Getreide und Ölsaaten im BBV: „Wenn sich das Wetter nicht schnell bessert, leiden die Qualitäten des Getreides.“ Bauern fürchten Erragseinbußen und Qualitätsabschläge.

Auch in Brandenburg hat der Dauerregen die Mähdrescher zu einem langen Aufenthalt in der Scheune gezwungen. Ob die drei folgenden trockenen Tage ausreichen, um das Getreide, das noch auf dem Halm steht, wirklich zu trocknen, steht noch nicht fest. Für Freitag ist bereits wieder Regen angesagt. Nach Dr. Karsten Lorenz hat die feuchte Witterung Pilzkrankheiten im Getreide begünstigt. Bis auf Nordbrandenburg, haben die märkischen Bauern aber die Gerste schon komplett eingefahren. Mit 44 dt/ha liegt der Ertrag aber fast ein Viertel unter Vorjahresniveau.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt rund um die Mecklenburgische Seenplatte „Land unter“. Der Boden ist bereits so mit Wasser gesättigt, dass er keine neuen Niederschläge mehr aufnehmen kann. Die Bauern sind bei der Gerste unterschiedlich weit. Im Landkreis Müritz und in Uecker-Randow sind schon 80 Prozent in der Scheune, auf Rügen und im Landkreis Bad Doberan erst 10 bis 20 Prozent. Auf die Bauern kommen zusätzliche Kosten zu: Bei bis zu 20 Prozent Feuchtigkeit muss das Korn nachträglich getrocknet werden. Otimal sind 14,5 Prozent Feuchtigkeit. Mecklenburg-Vorpommern überrascht aber auch: Die durch die Frühjahrstrockenheit prognostizierten Ausfälle bei der Futterversorgung mit Grünlandschnitt sind überwiegend nicht eingetreten.

Zufrieden zeigen sich die Rheinländer mit der Rapsernte. Rund ein Drittel ist vom Feld und die Erträge sind zufriedenstellend. Auch die Wintergerste, die beim Getreide den Anfang macht, ist schon fast komplett geräumt. Hingegen warten die Bauern auf warmes und trockenes Wetter, denn im Winterweizen war noch kaum jemand. Das Wetter ist nicht nur nass, sondern auch kühl – das verhindert die Verdunstung und damit das Trocknen auf dem Halm.

VLE

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