Wasserstoff aus Mikroalgen

Landwirtschaft

Biowasserstoffproduktion in Mikroalgen

>„Die Mikroalgen wären als Energielieferant besonders gut geeignet. Sie benötigen kein fruchtbares Land, im Gegensatz zu Nutzpflanzen, die zur Herstellung von Biokraftstoffen angebaut werden, und sie treten nicht in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion. Zudem verbrauchen sie wesentlich weniger Wasser – das ist gerade in trockenen Gebieten extrem wichtig.“
So spricht Prof. Dr. Michael Hippler vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen an der Universität Münster von den kleinen Helfern. Von Mikroalgen. Besonders von Chlamydomonas reinhardtii.

„Biowasserstoffproduktion in Mikroalgen“
Insgesamt vier Forschergruppen haben sich in Golm, bei Berlin, Münster, Karlsruhe und Bielefeld zusammen geschlossen. Sie wollen aus einzelligen grünen Algen industrietaugliche Wasserstofflieferanten Prof Hipplerentwickeln, die den begehrten Energieträger ohne negative Folgen für die Umwelt herstellen. Wenn den Grünalgen Sauerstoff fehlt oder Mangel an Schwefel besteht, dann fangen sie an, Wasserstoff herzustellen. Die Algen stellen den Stoffwechsel ihrer Photosynthese um. Bei herkömmlichen Algen sind es rund 0,1 Prozent Wasserstoff, die in der Regel anfallen. Nur wenn es gelingt, die Produktionsrate auf sieben bis zehn Prozent zu erhöhen, werden die Algen kommerziell interessant, sagt Prof. Hippler. Chlamydomonas reinhardtii kommt den Wissenschaftlern etwas entgegen, denn durch eine genetische Veränderung, die schon normalerweise eine höhere Ausbeute erzielt.
Nicht nur die Algen beeinflussen die Produktion, sondern auch die technischen Anlagen, die für die richtigen Wachstumsbedingungen sorgen. Ein Problem liegt in der Beleuchtung. Bislang müssen die Algen künstlich belichtet werden. Damit aber die Energiebilanz bei der Herstellung des Wasserstoffs stimmt, wollen die Techniker „Außenreaktoren“ entwickeln, die alleine mit Sonnenlicht auskommen. Karlsruhe arbeitet derzeit daran, die Größe der Fermenter von 25 auf 250 Liter zu erhöhen.

Lesestoff:
Das Algenprojekt ist Forschungsbereich des internationalen Konsortiums „Solar Biofuels“. Details: www.solarbiofuels.org
In Brandenburg arbeitet auch das Institut für Getreideverarbeitung mit Algen.

roRo; Foto: Peter Grewer: Prof. Hippler gießt frisches Nährmedium in einen Anzuchtkolben mit Grünalgen

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