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Welttag des Versuchstieres

Landwirtschaft

Replacement, Reduction, Refinement

Zum Internationalen Tag des Versuchstieres am heutigen Dienstag ruft der Deutsche Tierschutzbund alle deutschen und europäischen Politiker auf, sich für den Schutz von Versuchstieren stark zu machen. Angesichts der eingeleiteten Überarbeitung der EU-Versuchstierrichtlinie fordert der Deutsche Tierschutzbund ein grundsätzliches Verbot von Tierversuchen.
Mit über zwei Millionen Versuchstieren und einer Steigerungsrate von 6,5 Prozent ist auch keine Entspannung abzusehen. „Es ist höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel“, fordert Tierschutzpräsident Wolfgang Apel.

Ersatz- und Ergänzungsmethode
Seit 1959 gibt es die wissenschaftliche Definition der Ersatz- und Ergänzungsmethoden. Russel und Burch haben die „3R“ für mögliche Substitutionen definiert:
Replacement: Eine Methode, bei der Tierversuche ersetzt werden.
Reduction: Eine Methode, bei der die Zahl der Versuchstiere verringert wird.
Refinement: Eine Methode, bei der Leiden und Schmerz der Versuchstiere vermindert wird.
Eine wissenschaftliche Methode findet Eingang in die ZEBET-Datenbank, wenn mindestens ein der drei Prinzipien erfüllt ist. ZEBET ist die 1989 eingerichtete „Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden“ zum Tierversuch beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
So können beispielsweise Qualitätskontrollen für Insulinpräparate bei Mäuseversuchen durch Flüssigkeitschromatographen ersetzt werden.

Beispiel Insulinqualitätskontrolle
Insulin wird aus der Bauchspeicheldrüse von Kühen oder Schweinen, in letzter Zeit vermehrt durch rekombinierte DNS hergestellt und muss in seiner Wirkung getestet werden. Dazu wurden Mäuse verwendet, bei denen künstlich Diabetes hervorgerufen wurde, um den Effekt des dann verabreichten Insulins zu messen.
In den 1980er Jahren haben Trethewey, Fisher und Smith einen Flüssigkeitschromatographen entwickelt (High Performance Liquid Chromatograph HPLC), für den sie 1988 den „Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis“ erhalten haben. Mit dieser Methode kann das Insulin in seine Bestandteile zerlegt und mögliche Seiteneffekte der biologischen Wirksamkeit für die Qualitätskontrolle erkannt werden.

Versuchszahlen noch zu hoch
Angesichts der aktuellen Versuchszahlen fordert der Deutsche Tierschutzbund vor allem eine „rückwirkende Bewertung abgeschlossener Tierversuchsvorhaben. Nur so könne überprüft werden, ob die Erwartungen, die Wissenschaftler an ihre Versuche gestellt haben, sich letztendlich erfüllen.“

roRo

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