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Werdersche Glaskirsche in Dresden

Landwirtschaft

Deutsche Genbank Obst nimmt Arbeit auf

In der „Deutschen Genbank Obst“ wird ein wichtiger Schatz lagern: Die genetische Vielfalt unseres Obstes. Damit erhält sie den Schlüssel für zukünftige Sorten, die an verändertes Klima oder Schädlinge angepasst sind. Jetzt haben sieben deutsche Einrichtungen, die Kirschsorten sammeln und erhalten, einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Für die Erdbeersammlung ist dies bereits 2007 geschehen. Damit nimmt die vom Julius-Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) in Dresden koordinierte „Deutsche Genbank Obst“ ihre Arbeit auf. Es handelt sich dabei um eine Netz mehrerer Genbankfilialen, in dem sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Organisationen mitarbeiten.

„Nach und nach sollen sich auch alle anderen Sammlungen heimischer Obstarten unter dem Dach der „Deutschen Genbank Obst“ zusammen finden“, sagt Prof. Dr. Viola Hanke. An dem von ihr geleitetem Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst in Dresden-Pillnitz hat die Erhaltung von Apfel-, Kirsch, Birnen-, Pflaumen- und Erdbeersorten sowie von verwandten Wildarten eine lange Tradition. Auch gemeinnützige Vereine versuchen alte Sorten vor dem Aussterben zu bewahren. „Durch fehlende Koordination der vielfältigen Aktivitäten bestand bisher die Gefahr, das wir wertvolles genetisches Material unwiederbringlich verlieren“, erklärt Hanke das Problem. Mit der Gründung der Genbank ist diese Gefahr und gebannt. Noch in diesem Jahr soll der Aufbau der deutschen Apfel-Werdersche GlaskirscheGenbank abgeschlossen sein. Birne, Strauchbeeren und Pflaumen folgen.

In der „Deutschen Genbank Kirsche“ werden derzeit 315 Süßkirschensorten sowie 106 Sauerkirschsorten quasi in sieben Bankfilialen an Bundes- und Landeseinrichtungen sowie von nichtstaatlichen Organisationen erhalten. Die Deutsche Genbank Erdbeere umfasst 370 Sorten an zwei Standorten. Neben diesen ex-situ Sammlungen auf dem Feld wird derzeit im JKI in Dresden mittels Kyrokonservierung von Erdbeeren eine Duplikat-Sammlung aufgebaut.

„Die Etablierung der Genbank ist ein entscheidender Beitrag zur Erhaltung obstgenetischer Ressourcen in Deutschland, wie sie im Nationalen Fachprogramm für Genetische Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen gefordert wird“, sagt Prof. Hanke. Gleichzeitig sei das Netzwerk ein Beispiel dafür, wie das 1992 in Rio de Janeiro beschlossene internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt national umgesetzt wird. Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz, die vom 19. bis zum 30. Mai in Bonn stattfindet wird die „Deutsche Genbank Obst“ vorgestellt.

Julius Kühn-Institut: Text und Foto: In der Dresdner Genbank wird zum Beispiel die erstmals 1890 erwähnte Werdersche Glaskirsche bewahrt

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