Wirtschaftlichkeit der EU-Fischerei verbessert

Landwirtschaft

Fahrwasser für EU-Fischer beruhigt sich

EU-Fischerei-Bericht 2017

Im Jahr 2015 gab es in der EU 84.420 Fischereifahrzeuge über zusammen 1,62 Millionen Gross-Tonnagen (GT) und mit einer Leistung von 6,44 Millionen kW. Die Fischereiflotte reduziert sich weiterhin jährlich um 2,2 Prozent bei der Leistung und um 2,5 Prozent bei der GT [1]. Drei Viertel aller Fischereifahrzeuge sind als kleine Fischerboote klassifiziert, ein Viertel als Boote mittlerer Größe und nur ein Prozent als Hochseefischerschiffe deklariert.

Nicht alle Fischereifahrzeuge sind aktiv. 20.440 Schiffe sind stillgelegt, was etwa neun Prozent der GT und 14 Prozent der Motorleistung entspricht. Auf den aktiven Schiffen verbringen 152.720 Fischer zusammen 4,8 Millionen Tage auf See. Dabei verbrauchen sie 2,3 Millionen Liter Schiffsdiesel und landen fünf Millionen Tonnen Meeresfrüchte im Wert von sieben Milliarden Euro an.

Das sind die Kernzahlen des aktuellen Wirtschaftsberichtes über die EU-Fischerei, der jetzt vom Fischerei-Komitee für Wissenschaft, Technik und Wirtschaft ausgestellt wurde. Mit 798 Millionen Euro hat die Branche 2015 einen neuen Gewinn nach Steuern erwirtschaftet und blickt auf die beiden Folgejahre auf weitere Gewinnzuwächse.

Der Bericht zeigt aber auch, dass die Fischerei dort stagniert, wo Bestände überfischt sind. Wo nach nachhaltigen Grundlagen gefischt wird, steigt die Effizienz mit steigenden Löhnen für die Fischerei und sinkendem Treibstoffverbrauch. EU-Fischereikommissar Karmenu Vella zeigt sich zufrieden: „Der Bericht unterstützt deutlich unsere Anstrengungen für eine nachhaltige Fischerei. Die müssen aber weiterhin forciert werden, damit vor allem die kleine Küstenfischerei im Mittelmeer und dem Schwarzen Meer davon profitieren.“

Lesestoff:

Den Bericht finden Sie unter https://stecf.jrc.ec.europa.eu/reports/economic

[1] Früher wurden Schiffe mit der Bezeichnung Bruttoregistertonnen vermessen. BRT fasste den Raum zwischen Vermessungs- und Oberdeck zusammen sowie den Stauraum in Luken oberhalb des Decks. Später wurde mit der Einheit Nettoregistertonne (NRT) auch die Kommandobrücke, die Maschinenräume, Kombüsen und sonstige Räume mit vermessen. Lotsengebühren werden beispielsweise nach NRT berechnet. Heute ist die in der Studie verwandte Bezeichnung Gross-Tonnage (GT) üblich, die der deutschen Bruttoraumzahl entspricht und den Raum aller geschlossener Räume umfasst. Diese Werte werden bei Indienststellung beispielsweise vom Bundesamt für Seewirtschaft und Hydrograhie (BSH) festgelegt.

Roland Krieg; Grafik: Titelbild

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