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Wurzelschwamm sorgt für ?Sterbelücken?

Landwirtschaft

Pilz bedroht Erstaufforstungen

> Wenn jüngere bis mittelalte Kiefernbestände langsam absterben und die Baumwurzeln den Halt verlieren, ist häufig der Wurzelschwamm im Spiel. Der holzzerstörender Pilz riss vor allem in Erstaufforstungen landwirtschaftlicher Flächen und rekultivierter Tagebaue im letzten Jahr auf 573 Hektar auffällige ?Sterbelücken? in die Bestände. Die Landesforstanstalt Eberswalde (LFE) in Brandenburg geht diesem Phänomen nach und erprobt in der Lausitz eine biologische Abwehr gegen den Pilz.

Die staubfeinen Sporen des Wurzelschwamms (Heterobasidion annosum) sind im nördlichen Europa während der warmen Jahreszeit (April bis Oktober) und in milden Wintern fast immer in der Luft vorhanden und befallen insbesondere die Schnittfläche von frischen Wurzelstöcken. Die Besiedlung ist tagsüber am höchsten bei warmem, sonnigem, windstillem Wetter, doch die meisten Infektionen erfolgen nachts.
Über die Wurzeln der Baumstubben breitet sich der Pilz aus und infiziert somit unterirdisch auch die Wurzeln gesunder Kiefern. Dadurch wird deren Nährstoffaufnahme behindert und die Bäume verlieren Ihre Stabilität. Besonders starke Schäden treten auf ehemaligen Ackerflächen auf, die mit Kiefern oder Fichten aufgeforstet wurden. Reinen Laubwäldern kann der Pilz kaum gefährlich werden.
Wo die wirtschaftlichen Schäden durch den Wurzelschwamm zu groß werden, sollen nun biologische Präparate zum Einsatz kommen, deren Wirksamkeit von der LFE zur Zeit im Amt für Forstwirtschaft Doberlug-Kirchhain getestet wird. Dazu wurden Kiefernstubben mit dem Riesenrindenpilz (Phlebiopsis gigantea) geimpft, der durch seine Ausbreitung die Wurzelstöcke derart blockiert, dass der schädliche Wurzelschwamm diese gar nicht mehr besiedeln kann.

Auch mit waldbaulichen Maßnahmen kann dem Wurzelschwamm zu Leibe gerückt werden. Dazu zählt die verstärkte Pflanzung von Laubholz und die Vermeidung dichter Monokulturen empfindlicher Baumarten wie der Kiefer. In Mischung mit Birke, Eiche, Hasel, Linde, Ahorn, Erle oder Hainbuche wird die Ausbreitung des Wurzelschwamms unterdrückt.

roRo

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