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Züchtungsprojekte auf Eis

Landwirtschaft

EuGH-Urteil vertreibt Wissenschaftler

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zu den neuen Züchtungstechniken im Sommer 2018 zeigt Wirkung. Effekte, die so sicher nicht auf dem Plan standen. Die Universität Wageningen hatte zum Jahresende bereits beklagt, dass nach Einstufung von CRISPR/Cas und Co. als Gentechnik, Fördergelder gestoppt und Projektplanungen zurückgezogen wurden.

Auf der Grünen Woche diskutierte der „Grain Club“ ebenfalls die Auswirkungen des Urteils. Grundlagenforschung sei noch machbar, aber gerade die Anwendungsforschung, wie sie in der Landwirtschaft üblich ist, steht auf der Kippe. Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany vom Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik, führte gegenüber Herd-und-Hof.de an, dass nur zwei Tage nach dem Urteilsspruch Österreich seine Projekte zum Genom Editing gestoppt hat. In Deutschland sind sie im Forschungsministerium unter dem Dach der Bio-Ökonomie angesiedelt. Ein Stopp sei ihm nicht bekannt, aber sie stünden unter Rechtfertigungsdruck.

Verlierer sind neben der Forschungslandschaft die Landwirte, die ohne neue Sorten den Klimawandel durchstehen müssen. Verlierer sind aber auch die vielen kleinen Züchter, die sich eine Verlagerung der Züchtung ins Ausland nicht leisten können, sagte Dr. Carl-Stephan Schäfer vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter.

Prof. Klaus Josef Lutz spricht sich im aktuellen Newsletter des „Grain Club“ für eine grundlegende Neuregelung des Gentechnikgesetzes aus. Die bestehende Regelung sei veraltet und werde „den neuen Entwicklungen in der Züchtung“ nicht gerecht. Vor allem im internationalen Handel müssen die Bestimmungen miteinander kompatibel sein, sagte der Vorstandsvorsitzende der BayWa Ag. „Die ersten Sorten drängen bereits auf den Markt.“ In wenigen Jahren würde niemand mehr nachvollziehen können, bei welchen Produkten aus Drittstaaten die neuen Methoden zum Einsatz gekommen sind.

Lesestoff:

So diskutierte zuletzt die Europapolitik: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/meinungsaustausch-genom-editing-im-eu-parlament.html

Roland Krieg

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